Cannabis as medicine

Indications

Pain, sleep problems, palliative medicine, movement disorders, psychiatric symptoms and more complaints.

Applications

Indications

Anwendungsbereiche im Detail

Wann eine cannabinoidbasierte Therapie infrage kommt

Die folgenden Fachtexte fassen den aktuellen Wissensstand zu den einzelnen Anwendungsbereichen zusammen. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob eine cannabinoidbasierte Therapie im Einzelfall sinnvoll und geeignet ist, klären wir gemeinsam in einem persönlichen Gespräch. Alle Aussagen sind mit der nachstehenden Literatur belegt.

01

Schmerzen

Die Linderung von chronischen Schmerzen ist bei weitem die häufigste Ursache, die von Patienten für die medizinische Verwendung von Cannabis angegeben wird. In einer Studie von Light et al. (2014) gaben 94% der Patienten starke Schmerzen als medizinisches Problem an.1 Gleichermaßen berichteten Ilgen et al. (2013), dass 87 Prozent der Teilnehmer an der Studie medizinisches Cannabis zur Schmerzlinderung verwenden.2 Boehnke et al. (2016) stellte fest, dass der Konsum von medizinischem Cannabis zu einer 64 Prozent Senkung des Opioid-Konsums führt.3 Es gibt umfangreiche Belege dafür, dass Cannabis eine wirksame Behandlung von chronischen Schmerzen bei Erwachsenen ist.4 Auch Ware et al. (2010) bestätigte in einer placebo-kontrollierten, doppel-blinden, Crossover-Studie, dass medizinisches Cannabis zu einer signifikanten Schmerzreduktion führen kann.5

Migräne/Kopfschmerzen

Patienten, die medizinisches Cannabis zur Behandlung von Migräne einsetzen, berichten über eine Verbesserung des Migräneprofils und der häufigsten Begleiterkrankungen. Auch eine Reduzierung der verschreibungspflichtigen Medikamente ist üblich, insbesondere der Opioide.6 Ebenfalls berichten Patienten, die medizinisches Cannabis gegen Migräne verwenden, über einen signifikanten Rückgang der Anzahl von Migräne pro Monat.7 Medizinisches Cannabis scheint schmerzempfindliche Prozesse im Gehirn zu beeinflussen und kann mit den serotonergen und anderen Signalwegen wechselwirken die bei der Entstehung von Migräne eine Rolle spielen.8 Eine im Jahr 2019 veröffentlichte Studie legte dar, dass inhaliertes Cannabis die Schwere von Kopfschmerzen und Migräne um etwa 50 % reduziert.9 Es gibt immer mehr Belege für verschiedene therapeutische Vorteile von Cannabis/Cannabinoiden, insbesondere bei der Behandlung von Schmerzen, was auch für die Behandlung von Migräne und Kopfschmerzen gelten könnte.10

02

Schlafprobleme

Schlafprobleme kennt heutzutage (leider) so gut wie jeder. Serpell et al. (2014) konnte in einer Placebo-kontrollierten, doppelblinden, gruppenübergreifende Studie zeigen, dass eine zweiwöchige Behandlung mit medizinischem Cannabis zu einer signifikant verbesserten Schlafqualität führen kann. 11 Außerdem hat Medizinisches Cannabis ein viel sichereres Nebenwirkungsprofil als herkömmliche Schlafmittel.1213 THC und CBD können für einen tiefen und erholsamen Schlaf sorgen.14 Medizinisches Cannabis kann helfen schneller einzuschlafen bzw. durchzuschlafen.15 Grade CBD wird häufig bei Schlafstörungen eingesetzt und zeigt eine gute Effektivität.16

03

Palliativmedizin

Übelkeit & Erbrechen

Die durch eine Chemo- und Radiotherapie auftretenden Nebenwirkungen gelten als gut behandelbar mit Medizinischem Cannabis. 17 THC kann bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei Krebs im Endstadium sehr wirksam sein.18 Zudem zeigt sich bei Verwendung von THC, dass es Übelkeit lindern kann, welche auf die Behandlung mit herkömmlichen Medikamenten nicht anspricht.19 In einer 2006 durchgeführten Umfrage hielt die große Mehrheit der Befragten Cannabis für äußerst wirksam als Therapie gegen Übelkeit (93%) und Erbrechen (75%).20 Medizinisches Cannabis kann auch als eine zusätzliche Option neben anderen antiemetischen Medikamenten zu einer Verbesserung von Übelkeit & Erbrechen führen.21 Medizinisches Cannabis wird auch gerne bei anderen Formen von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Es kommt oft zum Einsatz bei AIDS, Hepatitis, aber auch bei Schwangerschaftserbrechen.22

Appetitlosigkeit & Anorexie

Oft kommt es durch verschiedenste Erkrankungen zu einer Appetitlosigkeit, die stark ausgeprägt nicht selten zu einer Abmagerung führt. Bereits bei einer niedrigen Tagesdosis von THC (5mg) kommt es zu einem ausgeprägten appetitanregenden Effekt.23 Bei den meisten Krebspatienten kommt es zu einer deutlichen Zunahme des Appetits und gleichzeitig zur Abnahme der Übelkeit.24 Hinzu kommt die, hier gewollte, Gewichtzunahme.25

04

Bewegungsstörungen

Epilepsie

Cannabis ist in der Lage, in Verbindung mit anderen Medikamenten zur Behandlung von Epilepsie Anfälle zu kontrollieren.30 In einer 2018 durchgeführten Studie trat bei etwa der Hälfte der Kinder mit Epilepsie nach einer CBD-Behandlung eine deutliche Verbesserung ein.33 Daneben konnten Szaflarski34 JP, et al. zeigen, dass CBD bei verschiedenen Form der Epilepsie langfristig wirksam sein kann. Zusätzlich konnte eine gute Langzeitsicherheit des Medikaments nachgewiesen werden.35 Hinzu kommt, dass ein Cannabisextrakt mit THC und CBD Anfälle bei Epilepsie reduzieren kann.36 Insbesondere Cannabidiol reduziert die Anfallshäufigkeit bei Epilepsie von Kindern und jungen Erwachsenen.34

Tourette-Syndrom (Tics)

Schon im Jahr 1998 konnte im Rahmen einer Studie der Hannover Medical School berichtet werden, dass um die 80 % der betreuten Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome empfinden. Des Weiteren berichten Mediziner der Hannover Medical School im April 2017, dass Medizinisches Cannabis die Schwere und die Häufigkeit der Tic-Störungen reduzieren kann. Zudem gibt es auch positive Wirkungen bei der gleichzeitigen Einnahme von Cannabinoiden und Neuroleptika – die Wirkung dieser kann durch das Medizinische Cannabis verbessert werden, sodass auch geringere Dosen notwendig sind. Untermauert wird dies durch eine im Jahr 2002 bekanntgewordene Fallstudie. Auch aktuellere Studien können die Aussagen der früheren Studien bestätigen, so etwa eine neuseeländische Studie im Dez. 2016 – Mediziner konnten hier zeigen, dass es durch die Anwendung mit Sativex (CBD-Spray) zu einer positiven Wirkung und einer deutlichen Verbesserung der Häufigkeit und Schwere der vokalen sowie motorischen Tics kommt.

05

Psychiatrische Symptome

Depression

In einer Umfrage wurde festgestellt, dass Medizinisches Cannabis neben Schmerz, Appetit und Angstzuständen auch eine Depression verbessern kann.29 Patienten, die unter Multipler Sklerose leiden, beschweren sich auch häufig über Depressionen. Auch hier konnte eine bis zu 80 prozentige Verbesserung ausgemacht werden.30 Positiv ist natürlich auch, dass das Medizinische Cannabis den normalen Schlaf nicht beeinträchtigt. 31 Darüber hinaus kann medizinisches Cannabis über die stimmungsregulierende Wirkung die Stimmung schnell aufheitern. 32 Im Vergleich zu den klassisch eingesetzten Medikamenten zur Behandlung von Depressionen (Antidepressiva) kann das medizinische Cannabis ein wesentlich geringeres Nebenwirkungsprofil aufweisen.12 Feingold et. al konnte in einer offenen Studie im Jahr 2017 keinen Zusammenhang zwischen einem Cannabis-Konsum und Depression finden.

PTBS (Post-Traumatische Belastungsstörung)

PTBS-Erkrankte, welche sich mit Medizinischem Cannabis behandelt wurden, berichten über folgende positiven Effekte:

  • Reduzierung der Albträume
  • Verbesserung des Schlafs
  • Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
  • Reduzierung des Gedankenkreisens
  • Lösung von Unruhe und Anspannung
  • Reduzierung der Flash-Backs
  • Reduzierung von Ängsten
  • Verbesserung der Lebensqualität

Medizinisches Cannabis kann also gleich mehrere Symptome der PTBS lindern.

06

Weitere Beschwerden

ADHS

Durch das Zusammenspiel von Cannabinoiden, Terpenen und den weiteren Substanzen aus medizinischem Cannabis können die Konzentrationsfähigkeit sowie die Unaufmerksamkeit verbessert werden.26 Hinzu kommt eine deutliche Reduktion der Hyperaktivität und Impulsivität, sodass oft Patienten berichten, dass Sie ruhiger und auch fokussierter sind.27 Patienten bestätigen auch immer wieder, dass die Nebenwirkungen vom medizinischen Cannabis deutlich hinnehmbarer sind als die der herkömmlichen Medikamente.28

Belege & Studien

Literaturverzeichnis

Quellenangaben (36 Studien & Publikationen)

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